Aktuelles

27.04.2017

Die Gleisbauarbeiten haben begonnen

Die ersten Gleise sind verlegt – die Straßenbahntrasse für die Linie 2 nimmt damit allmählich Gestalt an. Doch noch sind es nur einzelne kurze Abschnitte, an denen sich der Endzustand nun schon deutlich abzeichnet.

Ortstermin mit Andreas Vogt, dem Oberbauleiter für den Streckenast zum Kuhberg. Treffpunkt ist die untere Römerstraße, wo gerade ein erstes Stück des Gleisbetts betoniert wird. An dieser Stelle soll die Straßenbahn einmal besonders geräuscharm über die Schienen gleiten. Ihre Trasse wird deshalb in diesem Bereich im „Masse-Feder-System“ (MFS) erstellt, eine Auflage aus dem Baugenehmigungsverfahren.

Hinter diesem technischen Begriff verbirgt sich ein Trassen-Unterbau, der sehr viel aufwändiger ist als bei der üblichen Standard-Version. Es wird dafür eine Bodenplatte aus wasserdurchlässigem Beton erstellt, auf die eine elastische Spezialmatte gelegt wird. Darauf kommt dann eine weitere Betonplatte.

„Die Matte hat einen so stark dämpfenden Effekt, dass Schallwellen nur stark vermindert in den Boden übertragen werden, wenn eine Tram diesen Abschnitt passiert“, erläutert Vogt, Inhaber des Büros VogtProjektControl, die Wirkweise.

80 Zentimeter stark ist der Unterbau insgesamt. In der Beyerstraße sollen noch im Verlauf dieser Woche die ersten Gleise verlegt werden. Hier entsteht eine besondere Trassen-Variante des MFS, ebenfalls seit wenigen Tagen schon deutlich erkennbar. Statt der oberen Betonplatte kommt hier eine Schotterschicht auf die Matte. In mehreren Arbeitsgängen gilt es dann, diese Schicht zu verdichten, die Fachleute sprechen hierbei von „stopfen“.  Die Zwischenräume der Schwellen werden später durch ein mageres Substrat ausgefüllt. Dies werde jedoch frühestens sechs Monate nach Inbetriebnahme der Tram geschehen, erklärt Vogt, „vermutlich im Frühsommer 2019“.

Diese Spezialerde, wie sie auch zur Begrünung von Flachdächern verwendet wird, enthalte unter anderem Wildkräutersamen. Es bleibt demnach nicht bei einer „Rasentrasse“, als die sie unter ihrem Fachausdruck firmiert. Doch tatsächlich werde die Straßenbahn einmal über blühendes Grün hinweg gleiten. „Rasentrassen“ sind noch in weiteren Abschnitten der Linie 2 vorgesehen, an beiden Streckenästen.

Im Einmündungsbereich der Königstraße in den Egginger Weg geht es bereits um die Feinjustierung. Hier wurden vor wenigen Tagen die ersten 40 Meter Gleise verlegt.  Per Spezialwasserwaage und Richtschnur werden Schwellen und Schienen – Spurbreite ist ein Meter – so ausgerichtet, dass sie den erlaubten Toleranzen im Millimeterbereich entsprechen. Auch wurden hier bereits die ersten Schweißungen abgenommen. „Je präziser die Gleisbauer arbeiten, desto weniger schaukelt die Tram“, so Vogt.

Fehlt nur noch die finale Ausgleichsschicht aus Beton. Später einmal werden die Schienen an Stellen, wo Straßen über die Gleise hinweg führen, nur wenige Millimeter über das Niveau herausragen.

Baustellen­beauftragte

Werner Reichert und Hans Hengartner sind telefonisch unter 0731 166 4466, per Mail unter info@linie2-ulm.de oder persönlich im Infomobil zu erreichen. Sprechzeiten

Momentaufnahme


Voller Einsatz für die Straßenbahn. Bis zu 400 Arbeiter sind auf der Großbaustelle derzeit tätig. Das Großplakat am SWU-„Glaspalast“ nimmt das Ergebnis all der Mühen bereits vorweg.

Zur Bildergalerie

Ulm baut um

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu den Großprojekten in Ulm