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16.02.2017

Gemeinderat billigt Kostenfortschreibung einstimmig

Es ist Halbzeit auf der Baustelle der Linie 2. Ulms Stadtspitze sowie die Projektverantwortlichen haben eine positive Zwischenbilanz gezogen. Die Arbeiten lägen gut im Zeitplan. Einziger Wermutstropfen: Die Baukosten verteuern sich um knapp zehn Prozent. Der Ulmer Gemeinderat hat die zusätzlich notwendigen knapp 10 Mio. Euro, die durch den städtischen Haushalt zu finanzieren sind, einstimmig bewilligt.

Vor dem Ulmer Gemeinderat sowie den lokalen Medien wurde am Mittwoch, 15. Februar, ausführlich über den Stand des Großprojekts berichtet. Für Oberbürgermeister Gunter Czisch hat es schon jetzt den Beweis erbracht, dass Vorhaben dieser Größenordnung auch unter Regie der öffentlichen Hand erfolgreich gemanagt werden können. Ebenso stellte er fest, dass das von einigen im Vorfeld befürchtete Verkehrschaos ausgeblieben sei.

Für Baubürgermeister Tim von Winning ist bereits der erste Silberstreifen sichtbar: „Ab jetzt wird es an vielen Stellen besser.“ SWU-Geschäftsführer Klaus Eder führte in dem Zusammenhang an, dass sobald es die Temperaturen zulassen, wieder mit Hochdruck an der Strecke gearbeitet werde: „Dann werden über 300 Leute auf der Baustelle sein.“ Trotz einiger unvorhergesehener Schwierigkeiten liege das Projekt immer noch gut im Zeitplan.

Näher auf diese Schwierigkeiten ging Projektleiter Ralf Gummersbach in seinem Sachstandsbericht auch vor dem Ulmer Gemeinderat ein. Die außerplanmäßige Kanalerneuerung in der unteren Römerstraße, der Mehraufwand bei der Gründung der ÖPNV-Brücke, die Ertüchtigung des Medienkanals an der Uni sind neben den allgemeinen Preissteigerungen bei den Baukosten die Hauptgründe für die Verteuerung des Projekts um 24 Mio. Euro, wovon die Stadt Ulm knapp 10 Mio. wird tragen müssen. Ulms Erster Bürgermeister Martin Bendel beruhigte: „Das wird die Stadt nicht aus der Bahn werfen.“ Die Gemeinderätinnen und -räte sahen’s fraktionsübergreifend nicht anders und stimmten nach zweistündiger Aussprache einstimmig der Kostenfortschreibung zu.

Auf die geäußerte Sorge, das Projekt könne beim Kosten-Nutzen-Faktor von derzeit 1,17 auf einen Wert von unter 1 fallen (wodurch die Zuschüsse von Bund und Land hinfällig würden), entgegnete Gummersbach, dies sei so gut wie ausgeschlossen. Er sagte zu, dass die neuen Straßenbahnzüge über eine Videoüberwachung verfügen. Weitere Vorschläge betrafen die Optimierung der Ausschilderung der Umleitungsstrecken, die Ausrüstung des neuen Baubetriebshofs mit einem Solardach sowie die Kommunikation in die Region hinein, dass Ulm trotz vieler Baustellen weiterhin erreichbar bleibe. Diese werden nun verwaltungsintern geprüft.

Einmal mehr stellten sich alle Fraktionen hinter das Straßenbahnprojekt. Eine Stadträtin gab einen weit verbreiteten Eindruck wieder: „Mit dem Start der Linie 2 werden alle Strapazen vergessen sein.“

Baustellen­beauftragte

Werner Reichert und Hans Hengartner sind telefonisch unter 0731 166 4466, per Mail unter info@linie2-ulm.de oder persönlich im Infomobil zu erreichen. Sprechzeiten

Momentaufnahme


Voller Einsatz für die Straßenbahn. Bis zu 400 Arbeiter sind auf der Großbaustelle derzeit tätig. Das Großplakat am SWU-„Glaspalast“ nimmt das Ergebnis all der Mühen bereits vorweg.

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