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18.05.2017 - Neue Runde am Eselsberg

Kritische Bürger fragten, Projektverantwortliche antworteten

Rücksichtslose Radler, der Baufortschritt, aber auch Maßnahmen außerhalb der Linie 2 – dies waren die beherrschenden Themen bei einer weiteren Info-Veranstaltung am Eselsberg. Knapp 30 Bürgerinnen und Bürger waren am Dienstag, 16. Mai, der Einladung ins Bürgerzentrum gefolgt.

Zu Beginn des knapp zweistündigen Diskussions- und Ausspracheabends berichtete Ralf Gummersbach, Projektleiter für die Linie 2 bei der SWU Verkehr, über jüngst abgeschlossene und in Bälde anstehende Baumaßnahmen. Auf der gesamten Baustelle seien im Moment zwischen 300 und 400 Arbeiter eingesetzt, monatlich würde derzeit ein Bauvolumen von 5 Millionen Euro abgearbeitet. Soll verdeutlichen: „Auf der Baustelle gibt es bestimmt keinen Stillstand.“

Genau einen solchen vermutete ein Bürger an einem kleinen Abschnitt am Mähringer Weg. Oberbauleiter Johann Karmann sorgte für Aufklärung. Der vermeintliche Stillstand habe mit der Desinfektion einer neuen Wasserleitung zu tun gehabt, die erst im zweiten Anlauf geglückt sei.

Die Wortmeldung zeigt jedoch, wie stark die Baustelle unter Beobachtung steht. Die halbjährlichen Info-Abende in den betroffenen Stadtteilen, aber sehr viel zeitnaher auch die beiden Baustellenbeauftragten können dann so gut wie immer rasch plausible Antworten liefern. Über 1400 Anfragen haben letztere bis heute bearbeitet.

Schwieriger zu lösen sind da schon kniffelige Punkte, die nicht in der Macht der Projektverantwortlichen stehen. Unter diese fallen beispielsweise jene Radler, welche den Mähringer Weg verkehrswidrig entgegen der Einbahnregelung bergabwärts befahren. Ein Dauerthema, diesmal von einem beim Fort Unterer Eselsberg wohnenden Anlieger vorgebracht, der auf die große Unfallgefahr hinwies. Torsten Fisch von der Task Force Linie 2 konnte da lediglich einmal mehr an Vernunft und gegenseitige Rücksichtnahme appellieren. Engmaschige Kontrollen aber, wie aus der Versammlung vorgeschlagen, würden rasch die Kapazitäten der dafür zuständigen städtischen Verkehrsüberwachung überfordern. Karmann verwies in dem Zusammenhang jedoch auf eine jüngst am Waldstück durchgeführte Verkehrskontrolle.

Aufgeworfen wurden teils sehr ins Detail gehende Fragen zu Radwegeverbindungen. Gummersbach verwies dabei auf den vor kurzem im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit zur Linie 2 erschienen Fahrradflyer. Dieser enthält auch Karten mit der bauzeitlichen Wegeführung für den Radverkehr. Kurzfristige und temporäre Änderungen im unmittelbaren Baustellenbereich können jedoch nicht ausgeschlossen werden, wenn die Bauarbeiten dies erfordern.

Widerspruch aus der Versammlung erntete ein Bürger für seinen Vorschlag, die Linie 8 in den schwächeren Stunden auf ein Rufsystem umzustellen. Dies würde die Verlässlichkeit beeinträchtigen, meinte eine Bürgerin dazu. Fisch wie Gummersbach führten an, dass die erhöhte Bedienung der Strecke ja auf ausdrücklichen Wunsch aus der Bürgerschaft geschehen sei. Anders als gemutmaßt wäre dies auch kaum mit Einsparungen verbunden, da ja die Lohnkosten ja blieben.

Viele Wortmeldungen gab es zu zwei Brückenbauwerken, die jedoch nicht zum Maßnahmenpaket im Zuge der Linie 2 gehören, weshalb die Projektverantwortlichen dazu nur allgemeine Auskünfte geben konnten. Dazu zählte der Verweis, dass der Abriss des Fußgänger- und Radlerstegs in der Kienlesbergstraße vor einigen Wochen auf einem Beschluss des Ulmer Gemeinderats fußt. Die Straße wird künftig an einer Ampel gequert. Ob dies eine generelle Verschlechterung der Situation bedeutet, wurde unterschiedlich beurteilt. Für Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator sei dies wohl eine Verbesserung, meinte Fisch.

Kritisch wurde in der Versammlung mehrfach der drohende Abriss der maroden Beringerbrücke kommentiert. Dieses Bauwerk fällt jedoch in den Kompetenzbereich der städtischen Abteilung Verkehrsinfrastruktur und damit nicht der Linie 2. Über seine Zukunft bestimmt ebenfalls das kommunale Parlament.

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Baustellen­beauftragte

Werner Reichert und Hans Hengartner sind telefonisch unter 0731 166 4466, per Mail unter info@linie2-ulm.de oder persönlich im Infomobil zu erreichen. Sprechzeiten

Momentaufnahme

„Masse-Feder-System“, Betonwanne, Schwingungsdämpfung, hoher baulicher Aufwand? Alles richtig! Aber wie wär’s einmal mit einem Loblied auf diejenigen, die dieses in reale Ergebnisse umsetzen und dabei mitunter bis zu den Knien im Beton stehen? Hiermit angestimmt!

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Termine

24.10.2017, 17:00 Uhr

Streckenspaziergang am Streckenast Wissenschaftsstadt/Eselsberg

Die Baustelle der Linie 2 ist spannend und vielseitig. Im Herbst wird es daher eine weitere Runde von Streckenspaziergängen geben, zu denen die interessierte Bürgerschaft herzlich eingeladen ist.

 

26.10.2017, 17:00 Uhr

Streckenspaziergang am Streckenast Kuhberg

Die Baustelle der Linie 2 ist spannend und vielseitig. Im Herbst wird es daher eine weitere Runde von Streckenspaziergängen geben, zu denen die interessierte Bürgerschaft herzlich eingeladen ist.

Ulm baut um

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