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13.10.2016 - Infoveranstaltung am 11. Oktober

Sachliche Aussprache über eine nervenzehrende Baustelle

Geschwindigkeitsübertretungen und die Staubbelastung waren die Hauptthemen bei der jüngsten Info-Veranstaltung zur Linie 2 am Kuhberg. Rund 40 Bürgerinnen und Bürger waren am vergangenen Dienstag, 11. Oktober, der Einladung in die Räumlichkeiten der AdK gefolgt, um mit den Projektverantwortlichen ihre Anliegen zu besprechen.

Wie immer bei den Infoveranstaltungen zur Linie 2 gaben die Vertreter von Stadt und SWU zu Beginn einen Überblick über den Stand auf der Baustelle und aktuelle Schwerpunkte. Ralf Gummersbach, Projektleiter Linie 2 bei der SWU Verkehr, ging dabei insbesondere auf die seit Monaten laufenden Arbeiten am Kanal-, Rohr- und Kabelnetz ein, denn: „Das Kritischste einer solchen Baustelle liegt im Untergrund.“

Ein marodes Abwasserrohr der EBU, in Voruntersuchungen noch als vermeintlich in Ordnung eingeschätzt, war denn auch der Auslöser für die bislang einzige größere Verzögerung. Einen Monat ruhte die Baustelle in der unteren Römerstraße. „Wir mussten erst eine Neuplanung erstellen und den Bauablauf neu aufstellen“, erklärte Oberbauleiter Andreas Vogt, der auch einen Lichtblick setzte: „Von den dadurch verlorenen drei Monaten haben wir einen Monat bereits wieder aufgeholt.“

Vogt zerstreute gleichzeitig den von einem Bürger geäußerten Eindruck, auf der Baustelle sei zu wenig Manpower vorhanden. Für Laien seien die Fortschritte oft nicht auf den ersten Blick erkennbar, vor allem nicht, wenn das Gewirr aus Leitungen, Rohren und Kanälen – bei Aufrechterhaltung des alten Systems – in eine neue Ordnung gebracht werden müsse: „Die Versorgungssicherheit ist eine der stärksten Faktoren, die eine solche Baustelle verlangsamen“, sagte Vogt.

Torsten Fisch von der Task Force Linie 2 der Stadt Ulm referierte zu Verkehrsfragen und stellte die Ergebnisse der bisherigen Tempo-Messungen in den Umleitungsstrecken vor. Die Übertretungen würden nicht vom Durchschnitt im Stadtgebiet abweichen, so sein Fazit.

Gleichwohl stand das Thema auch an diesem Abend ganz vorne bei den Wortmeldungen. Ein Anwohner im Robert-Dick-Weg beklagte, dieser würde „permanent als Abkürzung benutzt“, die in dieser Spielstraße vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit dabei von vielen Verkehrsteilnehmern übertreten. Seinem Vorschlag, den Verkehr stattdessen über den Hugo-Roller-Weg zu leiten, hielt Fisch entgegen: „Dann würden wir das Problem nur verlagern.“

Aus dem Publikum kam indes der Vorschlag, „Hütchen aufzustellen“, um die Autofahrer an den Charakter dieser Straße zu erinnern. Moderator Martin Pöhler, Leiter Verkehrsmanagement und Betrieb bei den SWU und selbst dort wohnhaft, fügte hinzu, er habe selbst schon Autofahrer auf ihr Tempo angesprochen.

Eine Bürgerin beklagte sich über die Staubbelastung, die insbesondere nach Feierabend und damit dem Ende der Bewässerung zunehme: „Mal Schlammwüste, mal Staub.“ Vogt ist das Problem natürlich nicht entgangen: „Das Beste, was wir dagegen machen können: Schnellstmöglich Asphalt drauf.“ Er habe aber bereits auch schon drei LKW-Fahrern ein Baustellenverbot verteilt, weil sie sich nicht an die Regeln gehalten hätten.

Eingebracht wurde auch die Beobachtung, Busse zählten ebenfalls zu den Verkehrssündern. Pöhler erklärte dazu, dies würde von Seiten der SWU „streng kontrolliert“, und gegebenenfalls „greifen wir da auch konsequent durch“.

Ein weiteres Thema war der Radverkehr. Alternativstrecken seien im Umfeld der Baustelle stellenweise unzureichend ausgeschildert, beklagte ein Vertreter des ADFC. Fisch, selbst bekennender Radler, räumte ein, dass im nahen Umfeld der Baustelle oft Improvisation abverlangt werde. Er gab zu bedenken, dass ein weiteres Anwachsen des Schilderwalds wohl eher kontraproduktiv wirken würde. Die beiden den Brennpunkt umfahrenden Haupt(umleitungs-)routen seien jedoch gut ausgeschildert und auch bequem befahrbar.

Nach weniger als zwei Stunden war die Veranstaltung zu Ende. Alle Fragen hatten diesmal noch an Ort und Stelle geklärt werden können.

Baustellen­beauftragte

Werner Reichert und Hans Hengartner sind telefonisch unter 0731 166 4466, per Mail unter info@linie2-ulm.de oder persönlich im Infomobil zu erreichen. Sprechzeiten

Momentaufnahme


Voller Einsatz für die Straßenbahn. Bis zu 400 Arbeiter sind auf der Großbaustelle derzeit tätig. Das Großplakat am SWU-„Glaspalast“ nimmt das Ergebnis all der Mühen bereits vorweg.

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