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Die Straßenbahn in Ulm

Die Anfänge der Straßenbahn in Ulm

Wie alles begann

Bereits im Jahr 1892 beschrieb Wilhelm Emmer in einem Brief an die Ulmer Stadtväter seine Idee einer Straßenbahn in Ulm. 15 Jahre später, am 15. Mai 1897, tritt die Straßenbahn ihre Jungfernfahrt an. Zwei Linien werden in Betrieb genommen. Eine Ringlinie führt vom Bahnhof Ulm über den Münsterplatz und die Olgastraße zurück zum Bahnhof. Die zweite Linie verbindet den Ulmer Bahnhof mit dem in Neu-Ulm. Drei Jahre später wird das Netz um eine weitere Linie erweitert.

1929 erreicht das Ulmer und Neu-Ulmer Straßenbahnnetz seine größte Ausdehnung: Es gibt vier Linien, von denen eine nach wie vor den Bahnhof Neu-Ulm anfährt.

Der Zweite Weltkrieg

Ein Luftangriff am 17. Dezember 1944 beschädigt die Straßenbahntrassen schwer. Nach der Bombennacht stellen alle vier Linien ihren Betrieb ein. Im Jahr 1945 nehmen die Straßenbahnen streckenweise den Betrieb wieder auf, einige Abschnitte bleiben aber dauerhaft gesperrt.

Die Nachkriegszeit

Zum 50. Jubiläum, am 15. Mai 1947, werden erstmals Oberleitungsbusse eingesetzt. Etwa ein Jahr später eröffnet die erste Stadtomnibuslinie. Sie fährt vom Ehinger Tor bis nach Wiblingen. Die Oberleitungsbusse stellen allerdings im Oktober 1963 ihren Betrieb wieder ein.

Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts

Im Sommer 1964 ersetzen Omnibusse weitere Streckenabschnitte. Zu dieser Zeit betreibt Ulm nur noch eine Straßenbahnlinie, die heutige Linie 1. Der Gemeinderat entscheidet sich 1977 für den Erhalt dieser Linie in Ulm.

1974 gründet sich die Tarifgemeinschaft Ulm/Neu-Ulm (UNV) mit acht Verkehrsunternehmen, darunter auch die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH (SWU). 1982 wird der städtische Eigenbetrieb in die „Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH (SWU)“ umgewandelt. Seit 1989 nennt sich die Tarifgemeinschaft Verkehrsverbund „Ulm/Neu-Ulmer Nahverkehr (UNV)“.

Im Juli 1993 beschließen die Stadtparlamente Ulms und Neu-Ulms, das Netz auf fünf Straßenbahnlinien auszubauen. Über den Bau der ersten Linie vom Neu-Ulmer Stadtteil Ludwigsfeld zur Ulmer Wissenschaftsstadt sollen 1999 nach einem Beschluss des Gemeinderats die Bürger entscheiden. Diese entscheiden sich mit 51 Prozent zu 49 Prozent gegen den Ausbau des Straßenbahnnetzes.

Im Jahr 1996 startet der Bau des neuen Straßenbahn- und Omnibusbetriebshofs.

Zwei Jahre später, im Jahr 1998, geht der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund (DING) an den Start. An diesem Verbund sind die SWU mit 16,7 Prozent beteiligt. Seitdem haben die Landkreise Alb-Donau, Neu-Ulm sowie die Stadt Ulm die gleichen Fahrscheine und Fahrpreise für alle Nahverkehrslinien in der Region.

Die Fahrt ins Millennium

Im Jahr 2000 beschließt der Aufsichtsrat den Kauf von 8 neuen Straßenbahnfahrzeugen in moderner Niederflurtechnik, im Juni 2001 fasst der Aufsichtsrat den Beschluss zum Ausbau der Linie 1 Richtung Böfingen. Darüber hinaus soll die im Fünf-Linien-Konzept vorgesehene Strecke zwischen Ludwigsfeld und Wissenschaftsstadt als moderne Bus-Referenzstrecke ausgebaut werden. Die neuen Straßenbahnen ersetzen die alten Gelenktriebwagen vom Typ GT4, die die Maschinenfabrik Esslingen in den 1960er Jahren baute. Die Investitionssumme beträgt rund 15 Millionen Euro, von denen das Land Baden-Württemberg ungefähr die Hälfte trägt.

Ende 2001 beschließt der Fachbereichsausschuss des Ulmer Gemeinderats, eine Standardisierte Bewertung für die Verlängerung der Linie 1 durchzuführen.

Im Jahr 2002 wird an der bestehenden Strecke gebaut. Söflingen, zum Beispiel, erhält zwischen Magirusstraße und der Uhrenmachergasse neue Gleisanlagen. Im Zuge dieser Bauarbeiten werden auch einige Haltestellen verlegt und umgebaut. Soweit machbar, bekommen alle Bahnsteigkanten 20 Zentimeter hohe Sonderbordsteine sowie taktile Leitstreifen für Sehbehinderte. Die Stromversorgung der gesamten bestehenden Strecke wird ertüchtigt und modernisiert. Zudem laufen die technischen Vorbereitungen der Haltestellen für die Einrichtung der dynamischen Fahrgastinformation an.

Im September 2002 ist der neue Straßenbahn- und Omnibusbetriebshof fertig gestellt. Im März 2003 wird der erste neue Straßenbahnwagen vom Typ „Combino“ ausgeliefert und ab Juni 2003 im Fahrgastbetrieb eingesetzt. Der letzte „Gelbe“ vom Typ GT 4 dreht im Sommer 2003 seine finale Runde. Dreizehn der alten Wagen verbringen ihren „Lebensabend“ im rumänischen „Compania de Transport Public Arad“. Der Wagen mit der Nummer 10 bleibt als historisches Fahrzeug im Besitz der SWU. Ende Juli 2003 tritt ein neuer Fahrplan der Linie 1 in Kraft; seitdem fahren ausschließlich neue Niederflurstraßenbahnwagen auf den Schienen Ulms.

Am 22. August 2007 findet der erste Spatenstich für die Erweiterung der Linie 1 statt. Am 21. März 2009 nimmt die Linie den Betrieb auf. Dies ist seit mehr als 50 Jahren die erste Streckenerweiterung. Insgesamt ist der neue Schienenabschnitt 4,6 Kilometer lang und umfasst sieben neue Haltestellen.

Fahrzeuge

Seit 1958 sind zehn Großraumwagen mit Beiwagen vom Typ GRW4 aus der Maschinenfabrik Esslingen in Ulm im Einsatz. Im Zeitraum zwischen 1982 und 1986 übernehmen die Stadtwerke 14 gebrauchte Straßenbahnen der Bauart GT4 von der Stuttgarter Straßenbahn AG. Sie bilden seitdem die Straßenbahnflotte der Stadtwerke Ulm. Diese werden 2003 von acht Niederflurwagen der Bauart Combino NGT 6 UL ersetzt, die bis heute im Einsatz sind.

Die Wagen haben eine Fahrzeuglänge von 31 Metern und sind knapp zweieinhalb Meter breit. Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit beträgt 70 Stundenkilometer. Alle Fahrzeuge verfügen über Klimaanlage und Videoüberwachung. Eine Straßenbahn kann 175 Fahrgäste aufnehmen. Eine Besonderheit haben alle Straßenbahnen in der Donaustadt: Sie tragen die Namen berühmter Persönlichkeiten Ulms – etwa Albert Einstein, Sophie oder Hans Scholl.

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