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08.12.2018 - Großer Ansturm und gute Stimmung am Samstag

Begeisterter Empfang für die Linie 2

Winfried Herrmann, Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg (links), und Oberbürgermeister Gunter Czisch, Stadt Ulm, bei der Premierenfahrt auf der neuen Linie 2. Bild: Stadtarchiv Ulm.

Erst ein kleiner Festakt, dann ein großer Ansturm auf die neuen Straßenbahn und das dezentrale Begrüßungsfest „auf ganzer Linie“ – Ulm nahm am Samstag mit Freunde und Neugierde die Linie 2 in ihren Besitz.

Ulm kann auch „Mammutprojekt“ - darin bestand beim eher nüchternen und deutlich froh gestimmten Festakt im Theater Ulm große Einigkeit. Und dann wenig später unter den zahlreichen begeisterten Fahrgästen am Premieren-Samstag wohl ebenso. Tausende Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit zu einer ganz persönlichen ersten Fahrt auf der neuen Linie 2, die von nun an Kuh- und Oberer Eselsberg direkt miteinander verbindet. Drei Jahre Bauzeit sind zu Ende. Freunde und Erleichterung gleichermaßen war den Projektverantwortlichen deutlich anzumerken.

Oberbürgermeister Gunther Czisch schwärmte auf der Theater-Bühne im Großen Haus von einem „Jahrhundertprojekt“, welches „ein großes Stück Aufbruchstimmung signalisiert“ und der Stadt ein „zukunftsfähiges, angenehmeres und auch stolzeres Gesicht“ gebe. Zusätzlich gespeist war seine Freude durch den Umstand, dass es auf der Riesenbaustelle zu keinen nennenswerten Unfällen gekommen war. Czischs Dank galt schließlich jenen, die es geschafft haben, die Tram im Zeitplan und „einigermaßen im Kostenrahmen“ fertig zu stellen, ebenso aber den Anwohnern und Anliegern, die lange Zeit „Lärm, Dreck, Staub und Umwege“ in Kauf zu nehmen hatten.

Klaus Eder, Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, äußerte sich ebenfalls hochzufrieden über den fristgerechten Abschluss zumindest der allermeisten Arbeiten und hob dann in seiner Ansprache vor allem den Umweltaspekt hervor. Durch die Linie 2 habe die SWU „13 alte Dieselbusse durch zwölf hochmoderne Premium-Straßenbahnen“ ersetzen können, was nicht zuletzt zu einer jährlichen Einsparung von 100 Tonnen CO2 führe. Der Fahrstrom stamme nicht allein aus regenerativer, sondern gleichfalls auch noch aus lokal erzeugter Energie, werde dieser doch im Kraftwerk Böfinger Halde erzeugt. Desweiteren hob Eder hervor, dass 75 Prozent der Investitionssumme von 270 Millionen Euro „in der Region verbleiben“.

Auf einen Wunsch des Oberbürgermeisters eingehend, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann Unterstützung des Landes bei einem weiteren Vorhaben zu: dem ansehenden Ausbau des Regio-S-Bahn-Systems. Auf dem Sektor des öffentlichen Verkehrs sieht Hermann im Land noch einen großen Nachholbedarf, entsprechend hoch in der Priorität sei er bei der Landesregierung angesiedelt. Sein Lob galt dem Ulmer Vorhaben auch deswegen, weil die Linie 2 ein „klares Bekenntnis der Stadt zum Klimaschutz“ bedeute. Seine Rede schloss der Minister mit den Worten: „Allseits gute Fahrt, immer voll, aber nicht überfüllt.“

Letzteres aber blieb am Samstag bei so mancher Tour auf der Linie 2 ein frommer Wunsch. Der Ansturm auf die Freifahrten war so gewaltig, dass es drinnen mitunter gedrängt zuging und einige Male an den Haltestellen gar keine neuen Gäste mehr zusteigen konnten.

Weil damit aber zu rechnen war und der Anlass alles überstrahlte, blieb die Stimmung dennoch gelöst. Sie mutierte mitunter gar in Richtung Schlagerseligkeit, zumindest dann, wenn die aus der aktuellen SWU-Werbung bekannte Band „Papis Pumpels“ mit an Bord war. Dann dauerte es meist nicht lang, und der betroffene Straßenbahnzug machte sich kurzerhand auf den (Um-)Weg nach „Mendocino“.

Viele der Fahrgäste nutzen die Gelegenheit, an den Aktionspunkten entlang der Strecke Zwischenstation zu machen, manche spontan, viele aber suchten sich auch sehr gezielt ihre favorisierten Angebote heraus. Ein Flyer, der zusätzlich am Samstag auch noch an den Haltestellen verteilt wurde, informierte über die vielfältigen Angebote. Lediglich die Freilicht-Ausstellung – „Momentaufnahmen“ auf der Großbaustelle – an der Wendeplatte am Kuhberg musste als Ausfall verzeichnet werden. Windböen hatten die Ständer mitsamt den Großfotos umgeweht.

 

Baustellen­beauftragte

Werner Reichert und Hans Hengartner sind telefonisch unter 0731 166 4466, per Mail unter info@linie2-ulm.de erreichbar.  Sprechzeiten

Momentaufnahme

Vieles ist High-tech, doch der gute, alte Zollstock kommt nach wie vor häufig zum Einsatz. Etwa beim Nachmessen an den Haltestellen, ob der Abstand zu den Fahrsteigkanten auch der richtige ist.

 

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