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14.06.2018 - Erster Fahrgastunterstand montiert

Das „Häusle“ ist ein durch und durch funktionelles Designerstück

Die Befestigungen, die Farbgebung, die Ausleuchtung - einfach jedes Detail der künftigen Fahrgastunterstände mitsamt ihres Mobiliars werden vor dem Start der Serienproduktion nochmals unter die Lupe genommen. Ein Prototyp ist an der Haltestelle Science Park II montiert.

Bewusst in den Abend- und Nachtstunden nahmen die Vertreter der damit befassten städtischen Stellen, der SWU sowie die verantwortlichen Gestalter am Donnerstag, 7. Juni 2018, den ersten der künftig einmal 47 längs der Linie 2 positionierten Fahrgastunterstände in Augenschein. Nach und nach wird das neue Modell dann überall im Stadtgebiet die bisherigen Unterstände ersetzen, auch an den Bushaltestellen. Gleich mitgeprüft wurde die ergänzende Möblierung.

Entwickelt hat das „Häuschen" das Ulmer Gestalter-Büro Braun Engels, gebaut werden die Objekte der Spezies Stadtmobiliar von der in Hausach im Schwarzwald ansässigen Firma Kienzler. Nach anderthalbstündiger Besprechung und weit nach Einbruch der Dunkelheit lautete das einmütige Fazit der Verantwortlichen: Tolles Ergebnis, in einigen Details aber noch Verbesserungsbedarf. Sämtliche Änderungswünsche wurden in einem Protokoll festgehalten.

Jeder mit speziellem Blick

Jeder der Beteiligten hat so seinen speziellen Blick dafür, ob ein „Stadtmöbel“ als geglückt anzusehen ist. Gestalter Gerhard Braun etwa würde am liebsten sämtliche verbauten Schrauben unsichtbar machen, aus ästhetischen Gründen. Die Firmenvertreter achten besonders auf den Aufwand beim Herstellungsprozess. Für Markus Ellenrieder, Leiter der Abteilung Baubetriebshof der Stadt Ulm, ist wichtig, ob die Reinigungsmaschine unter den Seitenwänden durchpasst und generell die Reparaturfreundlichkeit und „Vandalensicherheit“, worauf auch die SWU-Vertreter um Ralf Gummersbach, Projektleiter Linie 2, sowie Torsten Fisch, Leiter der Task Force Linie 2 der Stadt Ulm, besonders achten.

Viele Details wurden nachgemessen. Es wurde an den gläsernen Wänden gewackelt, mit den Fingern über Flächen gestrichen, in Spalten mit der Taschenlampe geleuchtet, die Dachentwässerung bis auf Bodenniveau nachvollzogen und natürlich auch die Vitrine für die Fahrgastinformation geöffnet. Der bislang lose Haltestab für die hochklappbare Glasscheibe müsse per Scharnier fest montiert werden, befand Gummersbach, damit der Wechsel der Aushänge möglichst kommod erfolgen kann.

Per Messgerät wurde zudem überprüft, ob die Wartefläche des Unterstands bis zur Bahnsteigkante auch gleichmäßig und in der nötigen Helligkeit ausgeleuchtet ist, schließlich macht die „Technische Richtlinie elektrische Anlagen“, wie Gummersbach in Erinnerung rief, hierzu genaue Vorschriften. Ergebnis: Es ist sogar einen Tick zu hell, die Tramfahrer könnten womöglich geblendet werden.

Besonders lange aber wurde über das in die Decke integrierte Lichtband diskutiert, dessen Metallfassung einen Spalt verursacht und überhaupt nach Einschätzung der professionellen Betrachter noch etwas „selbstgebastelt“ daherkommt. Hier besteht der stärkste Nachbesserungsbedarf, wurde im Protokoll vermerkt.

Schlicht, elegant, wirtschaftlich

Zudem wurden die neuen Sitzbänke, die der städtische Baubetriebshof nach Entwurf von Braun Engels hergestellt, bemustert. Auch hier war die Zufriedenheit groß, obgleich noch einige „Kinderkrankheiten" ausgemerzt werden müssen. Einig waren sich die Vertreter darin, dass alle Bänke künftig mit Armlehnen versehen werden, da diese das Aufstehen erleichtern würden. Abgerundet wurde der Termin mit der Bemusterung des neuen Abfallbehälters und der Spritzschutzgeländer. Beide Elemente werden auf Wunsch der Stadtverantwortlichen ebenfalls zum künftigen Standard der Haltestellenausstattung gehören.

„Schlicht, elegant, wirtschaftlich“, so lautet hinterher das Fazit Fischs. Tim von Winning, Baubürgermeister der Stadt Ulm, ließ sich schließlich noch zu einem emotionaleren Urteil hinreißen. „Ist super.“ Die Entscheidung der Stadt, hier auf ein eigenes Design zu setzen, habe ein „sehr gutes Ergebnis“ erbracht.

Hinweis: Der neue Fahrgastunterstand steht an der neuen Endhaltestelle am Science Park II und kann dort noch bis ca. Ende Juni in kompletter Form besichtigt werden. Anschließend werden die Glasscheiben aus Sicherheitsgründen nochmals entfernt sowie die notwendigen Nacharbeiten durchgeführt.

Baustellen­beauftragte

Werner Reichert und Hans Hengartner sind telefonisch unter 0731 166 4466, per Mail unter info@linie2-ulm.de oder persönlich im Infomobil zu erreichen. Sprechzeiten

Momentaufnahme

Noch sind bei den Ausfahrten des Avenio „Anna Essinger“ keine Passagiere an Bord. Denn noch ist er im Probebetrieb. Dafür ist der Boden des nigelnagelneuen Straßenbahn-zuges beinahe komplett bedeckt mit Eisengewichten. 20 Tonnen schwer, entsprechen sie der maximal möglichen Zuladung plus ein paar Tonnen mehr - und dabei ungefähr dem „Übergewicht“, das der Konstruktion noch nichts anhaben darf und welches die Bremsen noch gut bewältigen müssen.

 

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