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08.02.2018

Erster Avenio M bei den SWU in Ulm eingetroffen

Bild: Nadja Wollinsky, Stadtarchiv Ulm

Die SWU Verkehr GmbH hat am Mittwoch, 7. Februar, den ersten von insgesamt zwölf neuen Straßenbahnzügen der Avenio M-Baureihe in Empfang genommen. „Lina Einstein“, so sein Ulmer Name, bringt den Fahrgästen mehr Komfort und geht sogar auf deren Biorhythmus ein.

Nach 24 Stunden Fahrtzeit auf dem Schwerlaster mit Polizeieskorte vom Wiener Siemens-Werk nach Ulm hatte der fünfmodulige Straßenbahnzug mit dem SWU-Betriebsgelände seinen ersten Zielbahnhof erreicht. Beim Empfang mit dabei war auch Hermann Walter von den Ulmer Nahverkehrsfreunden. „Ist Pflicht“, begründet er sein Erscheinen trotz winterlicher Temperaturen.

Bis in wenigen Wochen die Probefahrten auf der bereits bestehenden Strecke der Linie 1 beginnen können, muss der Zug nun erst noch auf Herz und Nieren ausgetestet und mit den noch fehlenden Komponenten ausgestattet werden. In Ulm erwartet die Straßenbahn u.a. Gefällstrecken, die eine „dynamische Inbetriebnahme“ erfordern.

Bereits begonnen haben unterdessen die Standard-Tests an zwei weiteren für Ulm bestimmten Avenio-M-Zügen im Siemens-Inbetriebnahmezentrum in Wegberg-Wildenrath.

Der Avenio M ist eine Weiterentwicklung des Combino, der in Ulm seit vielen Jahren schon im Einsatz ist. Sowohl beim Brandschutz als auch beim Crash-Verhalten hat sich seither technisch sehr vieles weiterentwickelt, entsprechend der seither stark veränderten Normen.

Für die Fahrgäste augenscheinlich sind die Verbesserungen in Ausstattung und Komfort. Die durchgehenden LED-Lichtbänder passen die Lichtfarbe den Tageszeiten an. Am Morgen ist sie leicht bläulich, was laut psychologischen Erkenntnissen der Munterkeit der Gäste förderlich ist. Abends hingegen changiert ihr Ton wärmer, was beruhigend wirken soll. „Diese Ambiente-Beleuchtung soll den Biorhythmus unterstützen“, erläutert Ralf Gummersbach, bei der SWU Projektleiter für die Linie 2, dieses Detail.

Eine weitere Neuerung ist die Anzeige des Status der Fahrgasttüren durch farbig leuchtende LED-Leisten. Etwas größer als bisher sind die Multifunktionsflächen für Rollstühle oder Kinderwägen. Die Türen sind mit Lichtschranken und weiteren Sicherheitssystemen ausgestattet. Ein Piepen signalisiert, wenn sie sich schließen.

„Sehr gelungen, sehr aufgeräumt“, freut sich André Dillmann, technischer Geschäftsführer der SWU, über die Wirkung der nach Ulmer Vorgaben entwickelten Innenraumgestaltung. WLan und USB-Ladeboxen sind mit im Ausstattungspaket enthalten, entsprechend der Kundenerwartungen.

Von außen unterscheiden sich die neuen Züge am deutlichsten an den Front- und Heckpartien. Diese gehen jetzt ohne die bisherigen weißen Trennlinien an den A-Säulen direkt in die Seitenprofile über.

Jürgen Späth, Leiter Schienenfahrzeuge und Projektleiter Fahrzeugbeschaffung Avenio M bei der SWU Verkehr, war ebenfalls an federführender Stelle an der Konfiguration der neuen Fahrzeuge beteiligt – und damit an „Zig-Änderungen“ im Vergleich zu den ursprünglichen Konstruktionsplänen. Beispielsweise habe er den Verzicht auf eine Sicke im Blech für die Schürzen durchgesetzt, aus Gründen der Reparaturfreundlichkeit. „Was Reparatur- und Wartungsfreundlichkeit betrifft, haben wir Betreiber einfach einen anderen Blick als Hersteller und Designer“, sagt Späth.

Jeder der 31 Meter langen Züge ist mit 2,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Kapazität beläuft sich auf 185 Fahrgäste (69 Sitzplätze), das Leergewicht beträgt 38 Tonnen. Die Recuperation ermöglicht es, wie schon beim Combino, wiederum rund 38 Prozent der beim Anfahren aufgenommenen Energie beim Abbremsen wieder ins Netz zurückzuspeisen. Bei zwölf Fahrzeugen ergebe das den Jahresstrombedarf von über 300 Haushalten, rechnet Gummersbach vor. Derzeit prüfe die SWU, ob dieser „rückgewonnene“ Strom auch zurück ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden könnte, was die Energiebilanz nochmals verbessern würde.

Zeitraffer – Aufnahmen vom Abladevorgang

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