Aktuelles

09.05.2018 - Zwischenbilanz

Fahrplanmäßiger Betrieb ab 9. Dezember / Fortschreibungen bei den Gesamtkosten

Die Arbeiten für die Linie 2 gehen zügig auf die Zielgerade. Die Inbetriebnahme der neuen Linie zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 ist oberstes Ziel der Projektbeteiligten. Mittlerweile zeichnet es sich ab, dass sich der städtische Finanzierungsanteil laut einer aktuellen Kostenfortschreibung um weitere 10,6 Mio. Euro auf jetzt 106,6 Mio. Euro erhöht. Dies gab die Stadt Ulm am Mittwoch, 9. Mai 2018, bekannt, wenige Stunden bevor sich der Ulmer Gemeinderats mit dem Thema zu befassen hatte. Die Kostensteigerungen sind u.a. auf die derzeit sehr gute Baukonjunktur und die gleichzeitig damit stark gestiegenen Baupreise zurückzuführen.

Wichtige Etappenziele sind geschafft, beispielsweise der Einbau der Gleisdreiecke und der Verschub der Kienlesbergbrücke, aber auch der Umbau komplexer Kreuzungen (Neutor-/Karlstraße und Neutor-/Olgastraße). Im Leitungs-, Straßen- und Gleisbau wurden an beiden Streckenästen in den zurückliegenden Monaten sichtbare Fortschritte erzielt. An Bauabschnitten, wo die Zielgerade noch nicht erreicht wurde, ist sie mittlerweile zumindest in Sicht. Trotz Verzögerungen infolge außerplanmäßiger Aufgabenstellungen kann am avisierten Termin für die Inbetriebnahme festgehalten werden. Im Oktober beginnen die Test- und Schulungsfahrten. Der fahrplanmäßige Betrieb startet am 9. Dezember 2018.

Insgesamt liegen die Gesamtkosten des Projektes nach der aktualisierten Hochrechnung der SWU nun bei rund 268,8 Mio. Euro. Das sind 20,1 Mio. Euro mehr als noch vor einem Jahr prognostiziert und rund 44,40 Mio., d.h. rund 20 % mehr als 2015 in der Gesamtkostenrechnung veranschlagt, die dem Baubeschluss vom 6. Mai 2015 des Ulmer Gemeinderats zugrunde gelegen hatte. Für einen Großteil der Mehrkosten wurden bereits zusätzliche Fördermittel bei Bund und Land beantragt. Die Prüfung des Antrages läuft derzeit.

Es ist ein ganzes Bündel an Faktoren, die zu der Kostensteigerung geführt haben. Die größten Positionen:

Neubaustrecke

Die Gesamtkosten inklusive Planungskosten sind nun auf 214 Mio. Euro taxiert. Das sind 15,2 Mio. Euro (rund 8 %) mehr im Vergleich zur Kostenberechnung des vergangenen Jahres.

Die Gründe:

-       Bei einigen Ausschreibungsergebnissen liegen die Kosten aufgrund des gesättigten Marktes zum Teil bei mehr als dem Doppelten der berechneten Kosten.

-       Zusätzlich erforderliche und im Vorfeld nicht erkennbare Maßnahmen der Kanalerneuerung in der Römerstraße zwischen Schelling- und Saarlandstraße.

-       Höhere Kosten für die provisorische Straßenbahntrasse im Bereich des Hauptbahnhofs.

-       Allgemeine Baunachträge sowie Nachträge in Folge von Baubehinderungen.

-       Mehrkosten im Bereich des Herbert-von-Karajan-Platzes aufgrund der schwierigen Baugrundverhältnisse, der Entwässerung und unbekannter Schachtbauwerke.

-       Höhere SWU-interne Planungs- und Verwaltungsaufwendungen aufgrund längerer Projektlaufzeit und des größeren Personaleinsatzes.

Betriebshoferweiterung

Die erhobenen Gesamtkosten liegen nun bei 20,5 Mio. Euro statt der im Jahr 2015 hochgerechneten 13,9 Mio. Euro. 2017 wurden die Kosten dann auf knapp 17 Mio. Euro veranschlagt. Nun kommen weitere 3,5 Mio. Euro dazu. Die Zuschüsse belaufen sich auf knapp 8,3 Mio. Euro.

Die Zuschüsse für die Betriebshoferweiterung wurden im Rahmen einer Festbetragsfinanzierung gewährt; so können beim Land als Zuschussgeber die jüngsten Kostenerhöhungen nicht geltend gemacht werden.

Die Gründe für die Kostenerhöhung:

-       Die Marktsituation. Das Preisniveau der Angebote lag zum Teil beträchtlich über dem des Vorjahres; teils wurden nur sehr wenige oder auch gar keine Angebote abgegeben.

-       Verteuerungen durch schwierige Baugrundverhältnisse und Altlasten.

-       Allgemeine Nachträge und Massenmehrungen.

-       Zusätzliche Planungskosten und höhere Kosten in der Baubetreuung.

Ausblick:

Fortsetzung GVFG-Programm

Mit der Fortführung des GVFG-Förderprogramms entspannt sich nun auch der Abrechnungszeitraum für die Linie 2. Dieser endet aktuell zum 31. Dezember 2020. Die Abrechnung der beiden Streckenäste Kuhberg und Wissenschaftsstadt wird zeitnah nach Inbetriebnahme Ende 2018 durchgeführt. Für die noch ausstehenden Teilprojekte Wendeschleife Ehinger Tor und Haltestelle Hauptbahnhof wurde wiederum eine Verlängerung des Abrechnungszeitraums bis Ende 2022 beantragt.

Finale Arbeiten an den neuen Streckenästen

Im Jahr 2019 werden noch einige Restarbeiten an den neu gebauten Streckenästen zu erledigen sein. Dazu zählen der Umbau der südlichen Beyerstraße, die Eindeckung der Rasengleise, der Garten- und Landschaftsbau, der Bau des Regenüberlaufbeckens im Bereich Beyerstraße sowie Restarbeiten am Römerplatz. 

Baustellen­beauftragte

Werner Reichert und Hans Hengartner sind telefonisch unter 0731 166 4466, per Mail unter info@linie2-ulm.de oder persönlich im Infomobil zu erreichen. Sprechzeiten

Momentaufnahme

Noch sind bei den Ausfahrten des Avenio „Anna Essinger“ keine Passagiere an Bord. Denn noch ist er im Probebetrieb. Dafür ist der Boden des nigelnagelneuen Straßenbahn-zuges beinahe komplett bedeckt mit Eisengewichten. 20 Tonnen schwer, entsprechen sie der maximal möglichen Zuladung plus ein paar Tonnen mehr - und dabei ungefähr dem „Übergewicht“, das der Konstruktion noch nichts anhaben darf und welches die Bremsen noch gut bewältigen müssen.

 

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Termine

12.09.2018, 17:00 Uhr

Brückentaufe Kienlesbergbrücke

Die Vollendung der Kienlesbergbrücke ist ein großer Meilenstein im Rahmen der Baumaßnahmen für die Straßenbahnlinie 2. Jetzt ist diese schwierige Aufgabe, die Ulm zugleich ein neues Wahrzeichen beschert hat, beinahe vollständig gemeistert. Dieses Ereignis ist eine Feier wert – feiern Sie mit!

Ulm baut um

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu den Großprojekten in Ulm