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08.05.2018 - Streckenspaziergang am Kuhberg:

Kompromisse auf weiter Strecke

Die Streckenspaziergänge bleiben ein beliebtes Format zur direkten Information über den Baufortschritt auf der Baustelle der Linie 2. Das neuerliche Angebot am Kuhberg nahmen am Donnerstag, 3. Mai, rund 60 Bürgerinnen und Bürger wahr.

Wo Ende Oktober bereits der Probebetrieb stattfinden wird, ist heute noch eine umtriebige Baustelle. Trotzdem ließen Projektleiter Ralf Gummersbach und Oberbauleiter Andreas Vogt keine Zweifel daran, dass alles getan werde, um rechtzeitig fertig zu werden. Dabei gibt es derzeit sogar noch richtig tiefe Löcher, nämlich in jenem Teilstück der Römerstraße, das derzeit total gesperrt ist. Der neue Abwasserkanal, der hier erstellt wird, wird an die sechs Meter tief unter der Erde liegen. Letztmals stellt sich am Streckenast diese Aufgabe.

Ab Mitte Juni beginnt dann eine ganz neue. Ab diesem Zeitpunkt werden die Fahrleitungsmasten gesetzt, „beginnend von oben runter“, informierte Vogt. Nicht alle während des zweistündigen Spaziergangs aufgeworfenen Punkte aber waren konsensfähig. Gummersbach wurde auf den Priorisierungsanspruch der Straßenbahn gegenüber dem Individualverkehr angesprochen. Es müsse andersherum sein, befand ein Bürger.

Im Bereich der unteren Römerstraße wurde dann vor allem Vogt „gegrillt“. Die beidseitigen Sicherheitsstreifen für Radler seien doch wohl zu schmal und lägen zu dicht an der Tramtrasse. „Viel zu gefährlich“, befand eine Bürgerin. „Das funktioniert schon“, hielt der Oberbauleiter entgegen. „Die Tram fährt hier ja auch nicht schnell“, ergänzte Torsten Fisch, der Leiter der Task-Force Linie 2, „maximal 30 Stundenkilometer“. Dass wegen der Radstreifen die Stellplätze an der Straße entfallen werden, leuchtete der Bürgerin ebenfalls nicht ein. Ebenso führte sie Klage über zugeparkte Ein- und Ausfahrten und die Positionierung der Tram-Haltestelle nahe ihrer Wohnung.

Zum Zeitpunkt des Spaziergangs waren diese Streifen im Übrigen allesamt zugeparkt. Dies werde von der Stadt Ulm jetzt noch geduldet, sagte Fisch, mit Abschluss der Bauarbeiten jedoch nicht mehr. Es würden ja „in einem gewissen Maße“ auch Ersatzparkplätze geschaffen“, hielt Fisch dagegen. Dass sich die Stadt mit dem Anwohner-Parken in diesem Bereich auseinandersetzen werde, wollte er nicht ausschließen.

Gerade an dieser Stelle zeigte sich, wie sehr die verschiedenen Verkehre um den knappen öffentlichen Raum konkurrieren. „Es ist ja nicht einfach, es allen recht zu machen. Es geht eigentlich gar nicht“, kommentierte Vogt den Disput.

Am Abzweig zu den Waldorfschulen und dem Fort Unter Kuhberg verdeutlichte Gummersbach, dass bei den Planungen der Fluss des automobilen Verkehrs sehr wohl ebenfalls im Blick war. Denn hier werde es in Fahrtrichtung stadtauswärts eine Linksabbiegespur geben, „um Rückstau zu vermeiden“. Nicht geben werde es eine Lichtsignalanlage an der Kreuzung Römer-/Westerlinger Straße, beschied Fisch auf eine entsprechende Nachfrage.

Vor allem wegen der Struktur der Bebauung zwang der Abschnitt längs der Römerstraße an vielen Stellen zu Kompromissen bei der Planung der Führungen der unterschiedlichen Verkehre. Wie soll das alles bloß funktionieren? So manche entsprechende Befürchtung trat während des Spaziergangs zu Tage. Andere sehen die künftigen Anforderungen, sich mit den neuen Gegebenheiten zu arrangieren, lockerer. Oder wie eine Dame es ausdrückte: „Wir werden uns schon daran gewöhnen. Man muss sich halt umstellen.“

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