Aktuelles

13.09.2018 - Neubauprojekt Straßenbahnlinie 2 in Ulm

Mit „Brückentaufe“ wichtigen Meilenstein erreicht

Im Rahmen eines bunten Bürgerfests ist in Ulm die 270 Meter lange Kienlesbergbrücke „getauft“ worden. Das spektakuläre Stahlbauwerk ist zentraler Baustein des Straßenbahnprojekts Linie 2 der Stadtwerke Ulm und führt über die Gleisanlagen der Deutschen Bahn hinweg.

Zahlreiche Ulmer Bürgerinnen und Bürger haben am vergangenen Mittwoch die Gelegenheit genutzt, erstmals über die neue Brücke zu flanieren, begleitet von Jazz-Klängen und artistischen Darbietungen. Mit der hereinbrechenden Nacht sorgte eine Licht- und Klanginstallation, von den Ulmer Künstlern Andreas Hauslaib und Andreas Usenbenz eigens zu diesem Anlass komponiert und eingerichtet, mit Licht- und Tonspielen für eine sphärisch-schwebende Atmosphäre.

Beim offiziellen Taufakt hatte Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch zuvor von der „wohl schönsten Straßenbahnbrücke“ gesprochen, und dies, wie er augenzwinkernd anfügte, möglicherweise sogar im weltweiten Maßstab. Sie sei bestens dafür geeignet zum „neuen Markenzeichen Ulms“ zu werden. In der Planungsphase aber sei sie jener Projektteil gewesen, „der am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat“.

Das rührte daher, dass die Brücke nicht nur bei laufendem Bahnbetrieb gebaut werden musste. Dazu kam, dass unter ihr gleichzeitig am Bahnprojekt Stuttgart-Ulm gearbeitet wurde. Aus diesem Grund wurde der stählerne Brückenkörper, der aus im Werk Hannover der Firma SEH Engineering GmbH vorgefertigten Elementen besteht, im Längsverschub hergestellt. Start des „Taktschiebeverfahrens“ war am 10. August 2016.

André Dillmann, Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH und damit der Bauherr, strich in seiner Ansprache die vielfältigen Bedeutungsebenen eines solchen Brückenschlags heraus. Bei Baukosten von rund 20 Millionen Euro sei damit nun ein wichtiger Markstein für die Vollendung der neun Kilometer langen Linie 2 gesetzt. Am 9. Dezember 2018 wird diese ihren regulären Fahrbetrieb aufnehmen und dann die Ulmer Stadtteile Kuhberg und Eselsberg quer durch die Innenstadt miteinander verbinden. Ein besonderer Dank ging an die am Brückenbau beteiligten Firmen und die überaus engagierten Mitarbeiter.

Für die Planerseite sprach Architekt Bartlomiej Halaczek vom Londoner Büro Knight Architects, das in Bietergemeinschaft mit der Ingenieur-Firma Krebs+Kiefer 2011 den Realisierungswettbewerb aus einem Feld von 26 Teilnehmern für sich hatte entscheiden können. Wie Halaczek betonte, habe er ein besonderes Augenmerk auf eine hohe Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer gerichtet, die den von der Gleistrasse abgesetzten „Betriebsweg“ mitbenutzen dürfen. So sind in den Nischen des „Fachwerks“ des Hauptträgers, der ebenso wie sein kleiner dimensioniertes Pendant wellenförmig verläuft, Sitzgelegenheiten integriert. Von der Brücke aus bietet sich ein imposanter Ausblick auf das Bahngelände und darüber hinweg auf die Altstadt, mit dem Ulmer Münster als weiterem Blickfang.

Noch sind an der Brücke nicht alle Arbeiten abgeschlossen. Bis sie für Fußgänger und Radler freigegeben werden kann, wird es noch einige Wochen dauern.

"Eine wunderschöne Brücke, fabelhaftes Wetter, beste Voraussetzungen für eine großartige Brückentaufe. Gute Stimmung vor Ort, tolles Essen und nette Nachbarn getroffen... ein perfekter Abend."
Heike Baum, Anwohnerin

Zur Bildergalerie

Auswahl Medien:
Südwest Presse Ulm / Taufe der Kienlesbergbrücke (mit Bildergalerie) / 12.9.2018
SWR Landesschau aktuell / Sendung vom 12.9.2018 / Start des Beitrags bei Min. 20:41
SWR Aktuell / Taufe für die Kienlesbergbrücke / 12.9.2018
Schwäbische Zeitung / Größtes Bauprojekt der neuen Straßenbahnlinie ist fertig / 11.9.2018
Regio TV Schwaben / Erster Meilenstein auf der Linie 2: Kienlesbergbrücke ist fast fertig / 10.9.2018

Baustellen­beauftragte

Werner Reichert und Hans Hengartner sind telefonisch unter 0731 166 4466, per Mail unter info@linie2-ulm.de oder persönlich im Infomobil zu erreichen. Sprechzeiten

Momentaufnahme

Noch sind bei den Ausfahrten des Avenio „Anna Essinger“ keine Passagiere an Bord. Denn noch ist er im Probebetrieb. Dafür ist der Boden des nigelnagelneuen Straßenbahn-zuges beinahe komplett bedeckt mit Eisengewichten. 20 Tonnen schwer, entsprechen sie der maximal möglichen Zuladung plus ein paar Tonnen mehr - und dabei ungefähr dem „Übergewicht“, das der Konstruktion noch nichts anhaben darf und welches die Bremsen noch gut bewältigen müssen.

 

Zur Bildergalerie

Termine

Ulm baut um

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu den Großprojekten in Ulm