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09.03.2018 - Info-Veranstaltung am Kuhberg am 8. März

Ungewöhnlich lang, sehr intensiv, mit Rekord-Besuch

Die anstehende Vollsperrung eines Teilstücks der Römerstraße bewegt den Kuhberg. Rund 140 Bürgerinnen und Bürger kamen am Donnerstag, 8. März, zur Infoveranstaltung in die AdK, um von den Projektverantwortlichen die Pläne aus erster Hand zu erfahren. Details kommen nochmals auf den Prüfstand.

Stadt und Planer hätten sich den Entschluss, ab 23. April die Römerstraße zwischen Römerplatz und Kreuzung Saarland-/Westerlinger Straße für mehrere Monate voll zu sperren nicht leicht gemacht, betonte Ulms Baubürgermeister Tim von Winning zu Beginn der äußerst gut besuchten Veranstaltung. Schlussendlich aber sei sie als unvermeidbar erachtet worden, um die vielen noch anstehenden Arbeiten fristgerecht abwickeln zu können.

Am Streckenast der Linie 2 zum Kuhberg gerieten die Arbeiten (wie mehrfach gemeldet) durch den Neubau des Abwasserkanals unter der Römerstraße in Verzug, der nicht auf der Agenda gestanden hatte, weil sich sein maroder Zustand erst nach den Aushubarbeiten offenbart hatte. Jetzt ist der noch nicht erneuerte Teil dran im betreffenden Abschnitt.

Als weiteren Grund nannte Oberbauleiter Andreas Vogt (Vogt Projekt Control) den Einbau des „Masse-Feder-Systems“. Dieses dämpft die Erschütterungen durch die Straßenbahn und werde nun sogar in einer nochmals verbesserten Form realisiert. Dazu sei aber die Fertigung „in einem Stück“ notwendig, was nur bei einer Vollsperrung möglich sei.

Die bis September angesetzte Vollsperrung werde mit Belastungen fürs gesamte Quartier verbunden sein, das wurde bei den Ausführungen und Erörterungen sehr offen angesprochen. Die Planer stießen durchaus auf Verständnis, sahen sich naturgemäß aber auch kritischen Nachfragen ausgesetzt. Sie betrafen etwa die avisierte Positionierung der Müllsammelplätze, die erneute Öffnung kleinerer Quartiersstraßen für den Zweirichtungsverkehr oder die Parksituation. Eine Bürgerin drängte auf einen kinderwagentauglichen Gehweg im Baustellenbereich. Dieser wurde von Vogt ebenso zugesagt wie regelmäßige Einsätze der Straßenkehrmaschine zur Verringerung der Staubbelastung. Mitunter aber werde auch improvisiert werden müssen, auch dies wurde an dem Abend in der AdK nicht verschwiegen. Nötigenfalls solle sich niemand scheuen, sich mit Anliegen an die Baustellenbeauftragten zu wenden, die oft für rasche Abhilfe bei Problemen und Mängeln sorgen könnten.

Torsten Fisch, Leiter der Task Force Linie 2, stellte die während der Sperrung gültige Verkehrsführung vor (siehe Plan), die ebenfalls einige kritische Nachfragen auslöste. Sie betrafen die Verkehrsüberwachung, die „kritischen“ Knotenpunkte, die Kapazität der Umleitungsstrecken (St.-Barbara-Straße, Westerlinger Straße), vor allem auch die Stellplatzsituation, die „Schleichwege-Problematik“ und das Verkehrsverhalten generell. Fisch sagte eine verstärkte Kontrolltätigkeit der Verkehrsbehörde „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ zu und verwies auf die eingerichteten Ersatzparkplätze, von denen ein Teil für die Anwohner reserviert werde. „Unterm Strich werden sogar 28 Parkplätze mehr zur Verfügung stehen“, fügte Fisch hinzu.

Besonders im oberen Teil des Vollsperrungsbereichs, so Fisch weiter, können einige Häuser während der Arbeiten zeitweise wohl nicht mehr direkt mit dem Auto angefahren werden. Die Zufahrt für Rettungsdienste aber sei immer gewährleistet, ebenso die Möglichkeit der Anlieferung etwa der Post. Fisch sagte zu, dass eine weiträumige Umleitung „aktiv ausgewiesen“ werde. Ebenso eine nochmalige Überprüfung der Standorte für die Müllsammelstellen und ob diese mit anderen Nutzungen kollidierten. Die sichere Querung der Römerstraße werde durch eine temporäre Ampel ermöglicht, antwortete er auf die entsprechende Frage des Vaters eines schulpflichtigen Kindes.

Wie schon bei vorangegangenen Info-Veranstaltungen wurde auch diesmal aus dem Plenum die Frage aufgeworfen, ob der (knappe) öffentliche Parkraum denn nicht allein für Anwohner reserviert werden könne. Bürgermeister von Winning negierte dies mit Hinweis auf die Rechtslage. Dafür müssten Anwohner-Parkzonen ausgewiesen werden, die dann aber für die Berechtigten mit Kosten verbunden seien. Fruchtlos seien die Verhandlungen mit der Bundeswehr geblieben mit dem Ziel, in der Bleidorn-Kaserne Ersatzparkplätze einzurichten, entgegnete von Winning auf eine weitere Wortmeldung.

Was an Arbeiten jetzt noch ansteht, dies erläuterte Ralf Gummersbach, bei der SWU Projektleier für die Linie 2, anhand einer Präsentation. Die Straßen- und Gleisbauarbeiten im Bereich Kuhberg seien etwa zur Hälfte abgeschlossen. Im Frühjahr erfolgten erste Baumpflanzungen entlang der Strecke. Anfang Oktober würden auf der Strecke dann die ersten Probefahrten der Straßenbahn durchgeführt.

Es waren geballte Informationen, die auf die Zuhörerschaft einprasselten. Auf so große Resonanz war eine Info-Veranstaltung zur Linie 2 schon lange nicht mehr gestoßen, so lange, - fast drei Stunden - hatte eine solche schon lange nicht mehr gedauert. Es war ein sehr sachliche Aussprache, getragen vom Bemühen, keine Frontstellungen aufkommen zu lassen. Das letzte Wort hatte ein Bürger: „Ich bedanke mich bei allen, die sich für uns einsetzen.“

Zusatzinformation:
Die Details der Verkehrsführung anlässlich der Vollsperrung der Römerstraße werden in Kürze auf dieser Website veröffentlicht. Die betroffenen Anwohner werden außerdem noch in Briefwurfsendungen über die Einzelheiten informiert.

Präsentation von der Veranstaltung

Baustellen­beauftragte

Werner Reichert und Hans Hengartner sind telefonisch unter 0731 166 4466, per Mail unter info@linie2-ulm.de oder persönlich im Infomobil zu erreichen. Sprechzeiten

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