Aktuelles

21.04.2018 - Streckenspaziergang am 16. April 2018 / Eselsberg

Zwei Stunden Informationen vor Ort

Vom Hasenkopf zur neuen Kienlesbergbrücke – annähernd zwei Stunden brauchte der kleine Tross aus Projektverantwortlichen der Linie 2 und rund 40 interessierten Bürgerinnen und Bürgern, um diese Distanz beim neuerlichen „Streckenspaziergang“ am Montag, 16. April 2018, zu überwinden.

Dazwischen lagen mannigfache Erläuterungen zum Projektstand im Bereich des Mähringer Wegs und der Kienlesbergstraße sowie – natürlich –  jede Menge Fragen und Anregungen an die Experten. Eine davon zog tags darauf eine verwaltungsinterne Überprüfung nach sich. Ob denn der Gehweg auf der Nordseite der Kienlesbergstraße noch verbreitert werden könne, lautete die vorgebrachte Idee? Sie musste leider abschlägig beschieden werden. Andere waren mit wenigen oder gar nur einem einzigen Wort zu beantworten: „Ja“, bekräftigte Projektleiter Ralf Gummersbach, die Kienlesbergbrücke werde auch für Fußgänger und Radler passierbar sein. Das Gesicht der Dame erstrahlte.

Und für Autos? Eigentlich hätte hier ein klares „Nein“ zur Beantwortung gereicht, doch Gummersbach berichtete dann doch von einigen schlechten Erfahrungen aus der Praxis. Es komme leider schon jetzt immer wieder vor, dass Autos unerlaubterweise die Straßenbahntrasse (der Linie 1) benutzten _ ein klarer Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, gegen den es jedoch keine sinnvollen baulichen Maßnahmen gebe. 

Etwas weiter ausholen musste dann auch Johann Karmann, der für diesen Streckenast zuständige Oberbauleiter, als ihn die Frage nach baulichen Verzögerungen erreichte. Ob es denn nicht besser gewesen wäre, Abschnitt für Abschnitt abzuarbeiten, statt an allen gleichzeitig loszulegen? Karmann verneint, dies sei wegen der ineinander verzahnten Abläufe nicht möglich. Wie mühsam manche Arbeitsschritte waren, verdeutlichte er am Beispiel einer Telekomleitung zum Oberen Eselsberg. „Bis nach Stuttgart und auf den Tag genau mussten wir den Anschluss abstimmen, und dann warten, bis auch die Telekom so weit war.“ Sehr viel Zeit hätten ebenfalls die sukzessive, aber in einem Zug durchgeführten „Leitungsumschlüsse“ in die einzelnen Gebäude in Anspruch genommen.

Gummersbach räumte ein, dass nicht alles optimal verlaufen sei. Doch trotz der Kapazitätsengpässe, mit denen Firmen wegen der vollen Auftragsbücher zu kämpfen hätten, seien „durchgängig zwischen 300 und 400 Leute auf der Baustelle“ gewesen. Dafür werde man in den nächsten Wochen nun umso größere Baufortschritte feststellen können.

Auch während der abendlichen Exkursion waren noch Bauarbeiten im Gange gewesen. Denn jetzt drängt die Zeit, und es stehen noch eine Reihe von Aufgaben bevor. Dazu zählen die Installation von Fahrleitungsmasten und elektrischen Leitungen, ebenso die restlichen Gleisbauarbeiten. Diese müssen im Laufe des Mai übrigens abgeschlossen sein, denn der Termin für den Einsatz der Gleisstopfmaschine steht.

Weitere Nachfragen betrafen die Radverkehrsführung, die Trassenquerungen, die Ausführung der Schienen und ihre Lebensdauer. Letzteres war wieder sehr kurz und knapp zu beantworten. Gummersbach: „Gerade Schienen halten etwa 40 Jahre, in Kurven müssen sie in etwa nach 20 Jahren ausgetauscht werden.“ Waren Pläne gefragt, war Torsten Fisch, Leiter der Task-Force Linie 2, zur Stelle. Er konnte auch alle Fragen zum künftigen Busliniennetz beantworten.

Die halbjährlichen Streckenspaziergänge sind inzwischen gut eingespielte Routine. Der Endspurt auf der Baustelle ist eingeleitet. So war es bereits der vorletzte, der die Details am Eselsberg vor Ort in den Blick nahm.

Baustellen­beauftragte

Werner Reichert und Hans Hengartner sind telefonisch unter 0731 166 4466, per Mail unter info@linie2-ulm.de oder persönlich im Infomobil zu erreichen. Sprechzeiten

Momentaufnahme

Noch sind bei den Ausfahrten des Avenio „Anna Essinger“ keine Passagiere an Bord. Denn noch ist er im Probebetrieb. Dafür ist der Boden des nigelnagelneuen Straßenbahn-zuges beinahe komplett bedeckt mit Eisengewichten. 20 Tonnen schwer, entsprechen sie der maximal möglichen Zuladung plus ein paar Tonnen mehr - und dabei ungefähr dem „Übergewicht“, das der Konstruktion noch nichts anhaben darf und welches die Bremsen noch gut bewältigen müssen.

 

Zur Bildergalerie

Termine

Ulm baut um

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu den Großprojekten in Ulm