19.11.2015

Vorarbeiten im grünen Bereich: 19 Eichen aus der Einstein-Allee „umgetopft“

19 Bäume aus der Albert-Einstein-Allee stehen seit wenigen Tagen an einem neuen Standort. Ihre Verpflanzung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Bau der Straßenbahnlinie 2.

Nur noch die aufgerissene Grasnarbe kündet davon, wo bis vor kurzem noch die rund 25 Jahre alten und rund zehn Meter hohen Eichen gestanden hatten. Eine Spezialfirma, die Cornel Wilde GmbH aus Gerlingen, hat sie „umgetopft“. Ausgegraben mit einer Rundspatenmaschine mit einem einzigen druckvollen „Bagger-Biss“, wurden sie anschließend per Laster zum neuen Standort in der Albstraße vis-à-vis der Müller-Verwaltung transportiert. Dort in die vorbereiteten Pflanzlöcher gesetzt, komplettieren sie jetzt eine bislang lückenhafte Baumreihe.

Alleebäume können sie somit weiterhin bleiben, zunächst aber unter besonderer Betreuung stehend. Schließlich ist so ein Umzug für einen Baum, selbst wenn er wie diese Eichen noch im Jünglingsalter ist, ganz schön anstrengend.

Guter Wuchs, 15 bis 20 Zentimeter Stammdurchmesser, in genügend großen Pflanzstellen positioniert – das waren die Kriterien, nach denen der als „Bauleiter“ fungierende Neu-Ulmer Landschaftsarchitekt Manfred Rauh die 19 Kandidaten ausgewählt hat. Zwei lange Arbeitstage benötigte die kleine Truppe um Firmeninhaber Cornel Wilde, dann war der Umzug abgeschlossen.

Für Teil zwei ihres Auftrags braucht sie ein paar Tage länger. Denn jetzt ist noch eine sorgfältige Nachbehandlung erforderlich, zumal die Bäume etwa ein Drittel ihrer Wurzelmasse eingebüßt haben. „Deshalb muss jetzt als Ausgleichsmaßnahme ihre Krone etwas ausgelichtet werden“, erläutert Wilde. Damit solle der Wasserverbrauch wieder ins Lot kommen. In die Pflanzlöcher wird ein Bewässerungsrohr eingebracht sowie auch ein besonderes Substrat. Darin enthalten ist neben einem Nährstoffvorrat auch jener Pilz, mit dem die Eiche in Symbiose lebt, erklärt Rauh. Die Stämme erhalten außerdem noch einen besonderen Schutzanstrich gegen Frostrisse und werden mit Seilen stabilisiert. Für die nächsten drei Jahre bekommen sie darüber hinaus vermehrte Pflegeleistungen in Form von Bewässerung und Düngung. Denn Wilde ist eine besondere Verpflichtung eingegangen: „Eine hundertprozentige Anwuchsgarantie.“

Jeder der umgepflanzten Bäume, taxiert Rauch die Kosten, schlage mit 3000 bis 4000 Euro zu Buche – ein Mehrfaches, was die Stadt für einen „normalen“, allerdings noch deutlich kleineren Straßenbaum ausgeben würde. Ein solcher Baum erreiche dann im Schnitt ein Alter von 55 Jahren, an guten Standorten könnten gerade Eichen jedoch wesentlich älter werden.

Um ihrem Namen gerecht zu werden, wird die Albert-Einstein-Allee auch künftig wieder von Bäumen gesäumt sein, wenn dort voraussichtlich ab Winter 2018 die Linie 2 verkehrt. Nur nicht mehr von Eichen, sondern von Säulenhainbuchen, ihres schlanken Wuchses wegen. Das ist wichtig, damit sie den Fahrdrähten der künftigen Straßenbahn nicht in die Quere kommen.

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