11.08.2016

Geglückte Premiere auf der Baustelle der ÖPNV-Brücke

Bei der Premiere des Taktschiebeverfahrens an der Kienlesbergbrücke hat alles reibungslos funktioniert. Pünktlich auf die Minute hat in der Nacht auf den heutigen Donnerstag der erste „Schuss“ die Arbeitsplattform verlassen.

„Schuss“ nennen die Brückenbauer ein Großelement für den Brückenkörper. Es wird auf der Arbeitsplattform zusammenmontiert und dann anschließend mit Hilfe von großen Pressen und viel Schmierseife per „Taktschiebeverfahren“ in Richtung seines späteren Bestimmungsorts gebracht. Im Fall der Ulmer ÖPNV-Brücke mit 270 Meter Länge muss dieser Vorgang insgesamt zwölf Mal wiederholt werden, bis der Brückenschlag auf die gegenüber liegende Seite schließlich geschafft ist.

Das Verfahren ist zwar technisch längst etabliert. Trotzdem ist die Premiere auf jeder Baustelle immer wieder mit besonderer Anspannung für alle Beteiligten verbunden. Im konkreten Fall kommt erschwerend hinzu, dass die Brücke quer über die Gleisanlagen der Deutschen Bahn verläuft und während des Vorgangs keinerlei Bahnverkehr im betroffenen Bereich stattfinden darf.

Den Brückenbauern stand daher lediglich ein enges Zeitfenster von wenigen Stunden und mitten in der Nacht zur Verfügung. Etwa zwei Dutzend Interessierte haben das Geschehen auf der Neutorbrücke gestern ab 23 Uhr verfolgt.  Noch während der Nacht meldeten die Verantwortlichen mit großer Erleichterung: „Der Verschub hat geklappt.“ Die Strecke Stuttgart-München konnte so um 4:30 Uhr planmäßig wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Beteiligten auf der Baustelle allerdings nicht. Denn schon in der kommenden Nacht werden die nächsten Brückenteile angeliefert, am Freitag auf die Montageplattform gehoben und dort zusammengeschweißt.  Am Montag, 5. September wird dann planmäßig der zweite Verschub erfolgen. 

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